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Asiatische Tigermücke in Altlußheim nachgewiesen

icon.crdate04.09.2026

KABS ruft Bürgerinnen und Bürger auf, verdächtige Stechmücken zu melden und Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Vermehrung zu verhindern

KABS ruft Bürgerinnen und Bürger auf, verdächtige Stechmücken zu melden und Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Vermehrung zu verhindern

Aktuelle Situation in Altlußheim

Am 24. August konnten wir frisch abgelegte Eier der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) durch unser Zufallsmonitoring in Altlußheim nachweisen. Über das Ausmaß der Besiedelung mit Tigermücken kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts gesagt werden.

Unabhängig vom Ausmaß der Besiedelung sollten Bürgerinnen und Bürger schon jetzt eigenständig Maßnahmen ergreifen, um eine Vermehrung der Asiatischen Tigermücke auf dem eigenen Grundstück zu unterbinden und damit eine Plage zu verhindern. Denn Tigermücken sind sehr aggressiv, tagaktiv, können schnell zu einer Plage werden und ggf. auch Krankheiten übertragen.

In Absprache mit der Gemeindeverwaltung ruft die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V. (KABS) daher alle Bürgerinnen und Bürger auf, verdächtige Stechmücken zu melden und eigenständig Präventionsmaßnahmen umzusetzen.

Melden von verdächtigen Stechmücken

Da Tigermücken auch mit anderen Stechmückenarten verwechselt werden können, sind eindeutige Fotos oder zugesendete Exemplare als sicherer Nachweis notwendig. Die KABS bittet daher um folgende Vorgehensweise: Verdächtige Stechmücken möglichst „sanft“ erschlagen oder mit einem Glas einfangen und zum Abtöten für ca. 20 Minuten in das Gefrierfach eines Kühlschrankes oder in eine Gefriertruhe legen. Danach Fotos von verschiedenen Positionen der Stechmücke machen (von vorne, von oben, Beine) und über das Meldeportal der KABS (www.kabsev.de/stichts) zusenden. Bitte bis zu einer Rückmeldung durch die KABS das Exemplar an einem kühlen und trockenen Platz aufbewahren. Alternativ kann auch die ganze Stechmücke in einem kleinen stabilen Behältnis (z. B. Plastikröhrchen o. ä.) postalisch an die KABS geschickt werden (KABS e. V., Tigermückenmeldung, Georg-Peter-Süß-Str. 3, 67346 Speyer).

Tigermücken können anhand von drei Merkmalen eindeutig von anderen Stechmücken unterschieden werden (s. Abb. Tigermücke)
(1) Ein weißer Streifen, der mittig über Kopf und Rücken verläuft
(2) Eine weiße Spitze an den Tastern
(3) Das hinterste Beinpaar endet mit weißer Spitze
Als vergleichsweise kleine Stechmückenart passt die Asiatische Tigermücke auf den Globus einer 1-Cent-Münze (s. Abb. Tigermücke auf 1-Cent-Münze).

Im Gegensatz zu vielen anderen Stechmückenarten ist die Asiatische Tigermücke tagaktiv. Sie ist außerdem sehr aggressiv und verfolgt Menschen hartnäckig, um an eine Blutmahlzeit zu gelangen.

Handlungsempfehlungen für Bürgerinnen und Bürger

Die wirksamste Maßnahme zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke besteht in der Vermeidung bzw. Beseitigung von Brutmöglichkeiten. Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer Woche in wassergefüllten Behältnissen, die sich in Gärten oder auf Balkonen befinden wie z. B. Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Tiertränken, aber auch Hofgullys, verstopften bzw. durchhängenden Dachrinnen, hohlen Zaunpfählen etc. Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen die attackierenden Exemplare entweder vom eigenen Grundstück oder aus der Nachbarschaft.

Die nun beschriebenen Maßnahmen sollten bis Anfang Oktober konsequent umgesetzt werden. Von Mitte Oktober bis Mitte April findet keine Vermehrung der Tigermücken statt; ein Großteil der im Herbst abgelegten Eier übersteht jedoch unbeschadet den Winter.

Anwohnerinnen und Anwohner können sehr effektiv die Vermehrung von Tigermücken verhindern, indem Gefäße entweder so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin ansammeln kann oder indem Behältnisse lückenlos abgedichtet werden (z. B. Regentonne mit einem engmaschigen Moskitonetz mit Gummizug). Auch das einmal wöchentliche, vollständige Entleeren von wassergefüllten Behältnissen (z. B. Tiertränken) ist eine sinnvolle Maßnahme, um einer Vermehrung vorzubeugen. Falls diese Maßnahmen nicht für alle Brutstätten umsetzbar sind, können die verbliebenen Brutmöglichkeiten 14-täglich mit Bti-Tabletten behandelt werden. Diese Tabletten beinhalten einen Eiweißstoff, der nur für die Larven weniger Mückenarten tödlich ist. Für andere Tiere, wie z.B. Bienen, Hunde, Katzen, Igel, Vögel, Reptilien, Amphibien und natürlich auch für den Menschen ist der biologische Wirkstoff völlig unbedenklich. Bti-Tabletten können die Bürgerinnen und Bürger kostenfrei bei der Gemeindeverwaltung erhalten.

Zusätzliche Tipps

Tigermückeneier können sicher beseitigt werden noch bevor die Larven schlüpfen! Die Weibchen kleben ihre Eier sehr fest an die Innenwand von wassergefüllten Gefäßen. Mit heißem Wasser (mindestens 60°C) können die Eier in den Behältnissen (Blumentöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Gullys, Regenrinne, etc.) abgetötet werden. Alternativ können die Eier mit einer Bürste aus den Gefäßen entfernt werden. Den Innenrand kräftig abschrubben, Gefäß und Bürste anschließend mit sauberem Wasser aus- bzw. abspülen und das Wasser samt Eiern auf die Erde gießen.

Warum die Asiatische Tigermücke bekämpft werden sollte

Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke wird durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bereits seit Jahrzehnten weltweit verbreitet und trifft mittlerweile auch in Deutschland durch mildere Temperaturen auf einen geeigneten Lebensraum.

Wird sie nicht bekämpft, kann sie sich in klimatisch begünstigten Regionen (wie der Oberrheinebene) in den Sommermonaten stark vermehren und zu einer regelrechten Plage werden.Darüber hinaus stellt sie ein Gesundheitsrisiko dar, denn sie ist in der Lage eine Vielzahl von Krankheitserregern wie z. B. das Dengue-, Zika-, Chikungunya- und das West-Nil-Virus auf den Menschen zu übertragen. Dabei trägt die Tigermücke die Krankheitserreger nicht von Natur aus in sich, sondern muss zunächst einen infizierten Menschen stechen, bei dem die entsprechenden Viren im Blut vorhanden sind. Diese Viren sind in Süddeutschland zwar aktuell nicht heimisch, werden aber regelmäßig durch Reiserückkehrende eingetragen. Vor allem bei längeren Wärmeperioden besteht das Risiko, dass das Virus innerhalb etwa einer Woche über die Tigermücke von einer infizierten auf eine weitere Person übertragen wird.

Aber nicht nur Menschen, sondern auch Hunde können in Mitleidenschaft gezogen werden. So kann die Asiatische Tigermücke auch Fadenwürmer übertragen, welche die Herzwurmerkrankung bei Hunden verursachen.

Umfangreiche Informationen zur Asiatischen Tigermücke gibt es auf der Website www.kabsev.de.

KABS
Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V.
Georg-Peter-Süß-Str. 3, 67346 Speyer, www.kabsev.de
 

Pressemitteilung der KABS e.V (PDF-Dokument, 595,27 KB, 04.09.2026).