Narren feiern trotz Regen den Rosenmontag
Bisher hatte die Sonne noch nie die Fastnachter am Rosenmontag im Stich gelassen. In diesem Jahr waren es eher nasse und kalte Temperaturen, die das närrische Volk wegstecken musste. Aber getreu dem Motto, „es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“ hielt sich die gute Stimmung. Sehr viele Zuschauer säumten den Zugweg und waren gespannt, was ihnen der 27. Rosenmontagsumzug zu bieten hatte. Pünktlich um 14.02 Uhr ging es los und mit 75 Zugnummern kamen alle auf ihre Kosten. „Wo ich bin, ist vorne“ mit diesem Credo führte Zugmarschall Sandra Fluhrer den närrischen Lindwurm an. Hier stand auch der Wagen mit Bürgermeister Uwe Grempels und seinen Ehrengästen. Moderator Peter Bayer kommentierte gutgelaunt das Programm und es gab auch die ein oder andere „Bonbonrunde“ für die Kinder. Luxina Madlen I. winkte ihrem närrischen Volk vom Cabrio aus zu, was sie sichtlich genoss. Viele „Stammgäste“ reihten sich in den Umzug ein. Dazu gehörten die „Kakadus“ aus Waghäusel, der Fides-Carneval-Club, BKA02 aus Ketsch und die Alten Gaußianer auf Abwegen, kurz „AGAA“. Während die einen nach Hawaii tourten, versuchen die anderen als Piraten, am Steuer zu drehen. Die „Polar Crew“ trotzte dem Schneesturm und bei den „Zammegflickte Spatzefratze“ saß die Endzeit im Nacken, aber sie ließen es trotzdem krachen! Große Kreativität ist stets von der Landjugend Heidelberg zu erwarten, die heuer ihr 20jähriges mit „Ausbruch aus dem Knast“ feierten. Viele Karnevallsgesellschaften kamen mit ihren Prunkwagen. Allen vorweg natürlich die „Luxe“ als Gastgeber. Von den „Käskuche“ aus Reilingen und den „Astoria Störchen“ aus Walldorf sah man noch Schwetzingen, Brühl, Rohrhof, Plankstadt, Oftersheim, Hockenheim und Ketsch. Alle brachten ihre Lieblichkeiten mit, auch der CC Speyer 2000 mit „Lady Carneval“. Ebenso aus der Pfalz sind immer die Faschingsfreunde aus Duttweiler dabei. Ganz weit angereist war die Hohenemser Guggenmusik aus Vorarlberg in Österreich. Die sind heute auch noch in Heidelberg verabredet und haben, wenn man eh den weiten Weg in Kauf nimmt, nach dem „schönsten Rosenmontagsumzug“ im Umkreis gegoogelt. Da sind die „Guggler“ dann in Altlußheim gelandet und Zugmarschall Sandra Fluhrer hat sie gleich und mit großer Freude ins Programm integriert.
Die „Palast-Tätscher“ und die „Altlossemer Rhoigeischda“ sorgten demnach für ordentlich Rabbatz. Wer weiß, womöglich entsteht da ja eine musikalische Freundschaft? Da die Live-Musik immer weniger wird bei den Umzügen, waren beide hochgeschätzte Gäste beim Rosenmontag. Die K-Gang hatte wie immer eine Band auf dem Anhänger, die auch für schönste Livemusik im Umzug sorgen. Die Ofdascha Hardtwaldhexen und die Buzzlhexen des CC Grün-Weiß durften ebenso in Altlußheim nicht fehlen wie der Reitverein aus Brühl oder die Rhoihaiser Kellerratze. Aus Altlußheim war der SVA dabei mit Maskottchen Leo und den kleinen Löwen. Die „Bagaasch“ war mit Super Mario und KI am Start und die Sippschaft vum Rhoi hat sich den Hutmacher aus „Alice im Wunderland“ zum Thema gemacht. Diese Gruppe sorgte schon immer für spektakuläre Kostüme und war bisher ein echter Hingucker und damit eine große Bereicherung für den Umzug. Was für gruselige Spinnen aus dem Rhein krabbeln, das konnte man mit dem „Dunnerschdagstreff“ erleben. Ganz kurzentschlossen hat sich noch die Fußgruppe vom KFH Reilingen angemeldet und reihte sich am Schluss noch ein. Viele von ihnen kommen aus dem Kartsport und so hieß das Motto „Wir können nicht nur Speed sondern auch Beat“. Viele kreative Ideen und viel Arbeit steckte in den Wagen und Kostümen und auch oder gerade trotz des feuchten Wetters war jede Menge „Spaß uff de Gass“. Entlang der Wegstrecke öffneten viele Eigentümer ihre Höfe und boten Snacks und Getränke an. Auch die Häuser wurden geschmückt und boten ein buntes Bild. Ein Schmalzbrot hier, etwas Deftiges dort oder ein süßer Krapfen, die Altlußheimer Gastfreundschaft war schon immer spektakulär. Nach der Prämierung ging es nahtlos in die Rosenmontagsparty in der Rheinfrankenhalle über, wo DJ Sascha auflegte und noch bis in den späten Abend hinein kräftig gefeiert wurde. Dank der guten Zusammenarbeit von Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und Sanitätskräften blieb auch der diesjährige Umzug von unliebsamen Zwischenfällen verschont. Die Besucher feierten und ließen es sich für ein paar Stunden richtig gut gehen beim Rosenmontag am Rheinbogen.
(Text und alle Bilder zum Text von Marion Brandenburger.)













