Altlußheimer feiern stürmische Kerwe
Am Samstag war es endlich soweit, mit musikalischer Begleitung des Musikvereins eroberten die Kerweborscht mit Schlumpel „Abstinenzla“ am frühen Nachmittag den Messplatz, wo sie schon sehnsüchtig von Groß und Klein erwartet wurden. Kerweborscht Uwe Schmidt begrüßte die Besucher und verkündete, dass die Kerweborscht sowohl Hemden gebügelt wie auch Schuhe geputzt hätten und es könne nun losgehen. Für den erkrankten Gitarristen der Borscht, Erwin Hess, gab es Genesungswünsche und einen herzlichen Applaus der sehr zahlreichen Gäste. Aus diesem Grund sangen die Kerweborscht in diesem Jahr a capella, was sie wirklich prima hinbekommen hatten. Dass sie gut zu hören waren, dafür sorgte Dieter Rüttinger mit seinem Tontechnik-Team. Nach drei Liedern begrüßte dann auch Bürgermeister Uwe Grempels die Kerwebesucher und überreichte zwei Koffer an „Altlußheims ganzen Stolz“, gefüllt mit Bier und Hausmacher Wurst. Schließlich müssen sich die Borscht über die Tage stärken. Einen Geschenkkorb und eine Urkunde hatte Uwe Grempels noch dabei für den Schausteller Achim Schmidt, der mit seinem Schießstand seit 60 Jahren auf dem Messplatz zu finden ist. Nachdem der Musikverein unter der Leitung von Felix Porath das „Badner Lied“ angestimmt hatte, sangen alle gemeinsam die Badenhymne. Thomas Heimerl hatte wie jedes Jahr ein Fässchen Bier spendiert, das angeschlagen werden wollte. Mit wenigen kraftvollen Schlägen meisterte der Bürgermeister diese Aufgabe und das Freibier floss zügig in die bereitgestellten Becher. Die Kerweborscht ließen Konfetti regnen, das vom kräftigen Wind in alle Richtungen gepustet wurde. Zum Glück blieb es trocken, denn es gab noch mehr zu für die Besucher. Die Kerweborscht wollten den Kindern nicht nur Freifahrtchips für die Fahrgeschäfte spendieren, dieses Jahr sollten sie auch Eiscreme bekommen. Kurzerhand entschied Mario Nobile, dass er diese Spende zur Hälfte übernimmt und teilte großzügig von seinem köstlichen italienischen Eis an alle aus. Ein dickes Dankeschön der Kerweborscht ging an alle Spender für die großzügige Unterstützung der Kerwe. Die Stimmung war großartig und viele verteilten sich an die Buden, wo Crèpes, Schokoküsse, gebrannte Mandeln und Magenbrot den unwiderstehlichen Duft der Kerwe verbreiteten. Die Kinder eroberten die Fahrgeschäfte und etliche Gäste eilten in das Festzelt, wo man dem kühlen Herbstwind entfliehen konnte. Dort sorgten die Mitglieder des CDU Ortsvereins und die Landfrauen für Kaffee und Kuchen sowie für deftige Schmankerl.
Am Sonntagmorgen war es dann Zeit für den traditionellen Mundartgottesdienst. Dieser wurde wegen des eisigen Windes kurzerhand in die katholische Kirche verlegt. Auch wenn „Open Air“ ausfiel, tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. „Halt hawwe im drunner und driwwer“ war das Thema und den ökumenischen Gottesdienst teilten sich von der katholischen Kirche Charlotte Jung-Cron und Daniela Gut sowie Pfarrerin Eva Weisser und Pfarrer i.R. Matthias Zaiss von der protestantischen Seite. Letzterem oblag die Mundartpredigt und wie es für den Ehrenkerweborscht Matthias Zaiss so üblich ist, hatte er das ganze Weltgeschehen zusammengefasst. Er teilte kräftig aus gegen Politiker, die rücksichtlose Politik vertreten und Tod und Elend über ganze Völker bringen. In dem ganzen „drunner und driwwer“ fänden es die Menschen schwierig, den Überblick zu behalten. Zaiss appelierte, im Umgang miteinander christlich und tolerant zu sein. Nur so gelänge ein faires und lebenswertes Miteinander. „Vielleicht sollten wir friedensfähig statt kriegstüchtig werden“, war das Credo seiner Ansprache. Die mit viel Leidenschaft vorgetragene Predigt war bei aller Ernsthaftigkeit natürlich auch mit ein paar Anekdoten und Witzen zum Thema Kirche und Kurpfalz gespickt und Matthias Zaiss bekam reichlich Applaus. Damit sparten die zahlreichen Gottesdienstbesucher auch nicht für die Lieder der Kerweborscht. Sie sangen vom Leben am Bogen des Rheins und dass „de Parre für uns ein Halleluja“ singt. Auch das Lied „Wenn am Himmel die Sterne funkeln“, begeisterte die Besucher. Georg Oberst begleitete die Lieder des Gottesdienstes schwungvoll am Klavier. Nach dem Segen von Pfarrerin Eva Weisser und dem letzten Song der Kerweborscht „Heit hamma Kerwe“ wurden die Menschen in den Sonntag entlassen.
Im Festzelt hatten die Mitglieder der „Rhoigeischda“ bereits die Töpfe angeheizt, das Karussell drehte sich bereits für die Kleinen und einem weiteren Kerwetag in herbstlicher Kühle stand nichts im Wege. Am Montag sind die Kerweborscht zwar an den bekannten Plätzen zu finden, aber ganz so musikalisch wie in den letzten Jahren wird es nicht werden. Am Dienstagabend sind dann wieder alle Altlußheimer und ihre Gäste um 19 Uhr eingeladen, wenn Kerweschlumpel „Abstinenzla“ zu Grabe getragen wird. mb











