Ergebnisse der Eignungsprüfung nach § 14 WPG für die kommunale Wärmeplanung der Gemeinden Altlußheim, Neulußheim und Reilingen
Im Rahmen der Eignungsprüfung nach § 14 Wärmeplanungsgesetz (WPG) wurde zu Beginn der Bearbeitung des kommunalen Wärmeplans geprüft, in welchen Teilgebieten eine verkürzte kommunale Wärmeplanung, d. h. ohne ausführliche Bestands- und Potenzialanalyse und Untersuchung von Wärmeversorgungsarten, durchgeführt werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sich ein Teilgebiet weder für ein Wasserstoff-, noch für ein Wärmenetz eignet. Für diesen Analyseschritt wurden die Gemeindegebiete anhand von städtebaulichen Strukturdaten vorläufig in einzelne Teilgebiete eingeteilt, deren Abgrenzung sich im weiteren Verlauf der Wärmeplanung noch ändern kann.
Verwendete Daten(-quellen) für die Eignungsprüfung:
- Luftbild- und ALKIS-Daten
- Vorherrschende Nutzungsart und Baugebietscharakter
- Zensus-Daten (Stand: 2022)
- OpenStreetMap
Die Abgrenzung der Teilgebiete erfolgte anhand zahlreicher Kriterien, wie u.a. Nutzungsart der Gebäude, städtebauliche Struktur, Baualter und Wärmeversorgungssituation. Es muss an dieser Stelle klargestellt werden, dass die Abgrenzung der Teilgebiete nicht zwangsläufig mit den Grenzen der Ortsteile oder den künftigen Wärmeversorgungsgebieten, die sich aus der kommunalen Wärmeplanung ergeben werden, übereinstimmen.
Die Eignungsprüfung für die Wärmeplanung der Gemeinden Altlußheim, Neulußheim und Reilingen kommt zu dem Ergebnis, dass für keines der Teilgebiete der Gemeinden eine verkürzte Wärmeplanung durchgeführt werden soll. Damit werden alle Teilgebiete auf Ebene der kommunalen Wärmeplanung im Rahmen der Bestands- und Potenzialanalyse näher untersucht, um eine bestmögliche Ausgangslage für die Entwicklung des Zielszenarios zu ermöglichen. Dieses Ergebnis dient vor allem der Transparenz und der Gleichbehandlung aller Teilorte innerhalb der Gemarkung. Es sollte außerdem nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass ein Gebiet für ein Wärmenetz oder Wasserstoffnetz ungeeignet ist, ohne dies eingehend zu prüfen.
Öffentlichkeitsbeteiligung in der Zeit vom 22.06.2026 bis 20.07.2026
Gemäß § 13 des Wärmeplanungsgesetzes sind die Gemeinden verpflichtet, die Ergebnisse der Eignungsprüfung im Internet zu veröffentlichen. Während der Dauer der Veröffentlichung können Stellungnahmen abgegeben werden. Diese können seitens der Bürger per Mail oder bei Bedarf aber auch gerne postalisch übermittelt werden.
Altlußheim startet kommunale Wärmeplanung
Die Gemeinde Altlußheim setzt ein Zeichen für die Zukunft: Mit der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung beginnt ein neues Kapitel in der Energie- und Wärmeversorgung der Stadt. Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, die Weichen für eine klimaneutrale, bezahlbare und resiliente Wärmeversorgung zu stellen, die bis spätestens 2040 erreicht werden muss.
Zitat Herr Bürgermeister Grempels: „Die kommunale Wärmeplanung bietet uns die einzigartige Chance, unsere lokalen Ressourcen optimal zu nutzen und gleichzeitig einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Wir setzen auf Nachhaltigkeit und Effizienz, um die Lebensqualität in Altlußheim weiter zu steigern.“
Das Projekt startet mit einer umfassenden Bestandsaufnahme des aktuellen Wärmeverbrauchs, der Art der Wärmeversorgung der Gebäude und einer Berechnung der THG-Emissionen der Kommune. Im nächsten Schritt werden klimafreundliche Potenziale zur Wärmeerzeugung ermittelt. Als Planungsinstrument definiert die Wärmeplanung außerdem konkrete Maßnahme auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Sanierung bestehender Gebäude, um den Wärmebedarf zu reduzieren und die Effizienz zu steigern.
Die Wärmeplanung legt die Leitlinien der Wärmewende für eine Kommune fest. Sie soll als Orientierung dienen, wenn es um die Frage der zukünftigen Wärmeversorgung geht. Sie ist rechtlich unverbindlich, d.h. sie begründet für Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen keine Rechte oder Pflichten.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen. Die Gemeinde Altlußheim wird regelmäßig über den aktuellen Stand und Zwischenergebnisse informieren und auf Veranstaltungen rechtzeitig hinweisen.
Zitat Herr Bürgermeister Grempels: „Wir möchten eine hohe Akzeptanz der Planung sicherstellen und die Bürgerschaft eng in diesen Prozess einbeziehen. Die Wärmewende ist eine große Herausforderung und soll so transparent wie möglich erfolgen.“
Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet die Gemeinde dazu, bis 2028 einen detaillierten Wärmeplan zu erstellen, der eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 sicherstellen soll. Dies umfasst unter anderem den Ausbau von Wärmenetzen und die Nutzung erneuerbarer Energien.
Die Gemeinde Altlußheim erhält bei der Wärmeplanung Unterstützung von einem externen Dienstleister. Die MVV Regioplan aus Mannheim unterstützt die Stadtverwaltung bei der inhaltlichen Bearbeitung der kommunalen Wärmeplanung und den vorgesehenen öffentlichen Veranstaltungen.
MVV Regioplan ist ein mittelständiges Ingenieur- und Planungsbüro mit über 30 Jahren Erfahrung in der erfolgreichen Beratung von Kommunen und Stadtwerken. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der nachhaltigen Stadtentwicklung und der Planung von Lebensqualität für die Kommunen. Dabei sollen Konzepte individuell entwickelt und die Umsetzbarkeit der Planungen gewährleistet werden. Mit dem interdisziplinär aufgestellten Team aus Expertinnen und Experten können Planungsleistungen unterschiedlicher Fachthemen aus einer Hand angeboten werden. Dabei wird die Wärmewende ganzheitlich betrachtet: es werden kommunale Wärmepläne, Machbarkeitsstudien und Transformationspläne für Wärmenetze, energetische Quartierskonzepte erarbeitet und deren Umsetzung unterstützt, bspw. im Rahmen des Sanierungsmanagements oder der verbindlichen Bauleitplanung. Es werden gezielt digitale Tools, wie z.B. digitale Zwillinge für die Wärmeplanung, eingesetzt. Auch das hauseigene Tool www.climap.de begleitet Kommunen und Stadtwerke bei der Umsetzung der Wärmewende. Als Mitglied der Allianz für Beteiligung e.V. wird Öffentlichkeits- und Akteursbeteiligung bei MVV Regioplan groß geschrieben.



