[Wappen] Gemeinde Altlußheim

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Meldung vom 18.01.2012:

Rückblick 2011 und Perspektiven 2012 für Altlußheim

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Tage zwischen den Jahren bringen nicht nur eine willkommene Pause im Alltagsbetrieb; sie geben uns auch Gelegenheit, den Blick noch einmal auf das abgelaufene Jahr zu werfen, aber auch nach vorn zu sehen in das kommende Jahr 2012.

zum Jahreswechsel sollten wir uns in dieser Zeit am Anfang des neuen Jahres der Schnelllebigkeit unserer Zeit bewusst werden und erkennen, wie wichtig es ist, inne zu halten und sich zu fragen, wo stehe ich heute und wo möchte ich am Ende des Jahres stehen.

Das zurückliegende Jahr hatte eine ganze Reihe von überraschenden Ereignissen, von bewegenden Szenen und menschlichen Schicksalen aufzuweisen. Manche Geschehnisse sind uns kaum noch präsent, andere sind bis heute in unserer Erinnerung geblieben. Auch bei uns hat sich im vergangenen Jahr vieles ereignet und getan. Wir haben einige wichtige Vorhaben weiter verfolgt und mit Erfolg abgeschlossen. Wir mussten aber auch Rückschläge hinnehmen.

Wir, die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung ebenso wie die einzelnen Bürgerinnen und Bürger in unserer Gemeinde, wir wollen etwas bewegen. Wir werden uns darauf konzentrieren, die Attraktivität unserer Gemeinde weiter zu erhöhen und weiter an unserer Ortsentwicklung zu feilen. Bei allen Plänen und Konzepten jedoch ist die finanzielle Situation ebenso zu berücksichtigen wie die Bevölkerungsentwicklung.

Die Folgen dessen, was mit dem Schlagwort "demographischer Wandel" bezeichnet wird, haben erhebliche Auswirkungen auf die kommunale Ebene, stellen an die Gemeinden ganz neue Anforderungen. Um in Zukunft sicher zu stellen, dass ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger und junge Familien in Altlußheim bleiben können oder nach Altlußheim kommen ist es wichtig, auch die Innenentwicklung voran zu bringen.

Die Ausweisung weiterer Neubaugebiete über die Festsetzungen des Flächennutzungsplans und das Gebiet "Hockenheimer Flur" hinaus wird nicht mehr möglich sein. Ein erster Schritt konnte mit der Neubebauung eines Anwesens in der Ortsmitte mit 22 barrierefreien Wohnungen durch einen privaten Investor gemacht werden, weitere müssen zukünftig folgen.

Unser Ziel muss es weiterhin sein, unsere Lebensqualität in Altlußheim weiter zu verbessern, unsere Gemeinde nach vorne zu bringen und zukunftsfähig zu machen. Für diese Ziele setzen sich Gemeinderat, Bürgermeister und Verwaltung ein, aber auch viele Bürgerinnen und Bürger, die Zeit und Geld investieren oder sich ehrenamtlich engagieren. Wir haben im zurückliegenden Jahr viel dafür getan, dieses Ziel für unser Gemeinwesen zu erreichen, ihr Nutzen wird sich jedoch erst in Zukunft erweisen müssen.

Bevor wir jedoch in die Zukunft blicken möchte ich, wie es seit alters her guter Brauch ist, auf das vergangene Jahr zurück blicken und Bilanz ziehen. Diese Rückschau soll uns Aufschluss über das Geschaffene geben und aufzeigen, was wir geleistet haben.

Das Geschehen in Europa, Deutschland und der Region

Viele Ereignisse haben uns auch im Jahr 2011 in Atem gehalten und bis ins Mark getroffen. Denken Sie an die apokalyptischen Zustände in Japan. Das schwerste Erdbeben in der Geschichte des Landes, ein Tsunami und zudem ein gefährlicher Atomunfall haben Tausenden von Bewohnern das Leben gekostet. Dieses unwahrscheinliche und einschneidende Ereignis hat die Politik in unserem Land zu einer drastischen Kurskorrektur bei der Energieversorgung veranlasst. Bis spätestens 2022 sollen alle Atommeiler in Deutschland abgeschaltet sein und ein bis dahin massiver Ökostrom-Ausbau erfolgen. Das gilt selbstredend auch für das gerade mal 10 Kilometer von uns entfernte Kernkraftwerk Philippsburg.

Der Nahe Osten hat sich zu einem Pulverfass entwickelt. Die Demokratiebewegung mit Volksaufständen in Libyen, Tunesien, Ägypten, Syrien, Bahrain und im Jemen deutet auf einen Umbruch in der arabischen Welt hin, mit offenem Ausgang. Die Rohstoffpreise steigen weiter. Für die europäische Schuldenkrise ist keine Patentlösung in Sicht. Die globalen Ungleichgewichte entwickeln sich dramatisch. Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands verlangsamt sich. Wirtschaftsforscher erwarten für 2012 nur ein Mini-Wachstum von mageren 0,8 Prozent.

Zum letzten Mal nach 54 Jahren haben im Januar rund 12.000 junge Männer den regulären Dienst bei der Bundeswehr angetreten. Seit 01. Juli ist die Wehrpflicht ausgesetzt. Zugleich ist auch der Zivildienst Geschichte, an dessen Stelle sind Freiwilligendienste getreten.

Der Zensus 2011, im Volksmund auch Volkszählung genannt, verlief relativ geräuschlos. Lediglich zehn Prozent der Haushalte waren befragt worden und 17,5 Millionen der Haus- und Wohnungsbesitzer mussten schriftlich Auskunft geben. Ergebnisse dürften frühestens in 18 Monaten zu erwarten sein.

Die Landtagswahl am 27. März brachte einen historischen Machtwechsel nach knapp 58 Jahren CDU-Dominanz. Seither regieren die GRÜNEN und die Sozialdemokraten das Land. Unseren Wahlkreis vertreten jetzt gleich drei Abgeordnete im Stuttgarter Landtag: Gerhard Stratthaus (CDU), Rosa Grünstein (SPD) und Manfred Kern (GRÜNE).

Kein Volksbegehren, aber dem Grunde nach ein Konflikt zwischen den Verfassungsorganen Landtag und Landesregierung, liegt der erstmals in Baden-Württemberg stattgefundenen Volksabstimmung über das S21-Kündigungsschutzgesetz zugrunde. Seit 27. November gibt es auch hier Klarheit. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger im Land wendet sich gegen eine Annahme des S21-Kündigungsgesetzes und steht zur geplanten, milliardenschweren Neuordnung des Eisenbahnknotens in Stuttgart und dessen Kernstück, dem Ausbau des Kopfbahnhofes Stuttgart Hbf in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof.

Das Thema des vergangenen Jahres aber war der Euro. Der Euro in der Krise, diese Schlagzeile hat ganz Europa in Aufregung versetzt und so mancher Staatshaushalt wankte unter der Schuldenlast und den Folgen der Finanz- und Wirtschaftsprobleme. Und ein Ende ist nicht abzusehen, es wird sich 2012 zeigen, ob die Maßnahmen der Regierungen greifen werden.

Ein Ereignis, das uns und die Menschen in unserer direkten Nachbarschaft bewegte und auf die Straßen brachte war die Verlängerung der Start- und Landebahn des Flugplatzes Speyer. Wir haben gemeinsam mit Oberhausen-Rheinhausen erfolglos versucht, dieses Projekt zu verhindern. Der Ausbau erfolgte trotzdem, er ist in der Zwischenzeit abgeschlossen und in Betrieb.

Bessere Konditionen waren vom Rhein-Neckar-Kreis erwartet worden, als er die neu gebildeten Linienbündel im öffentlichen Personennahverkehr europaweit ausgeschrieben hat. Das Gegenteil ist leider der Fall. Dennoch konnten wir erreichen, dass die Kosten der Linie 718 nach Walldorf jetzt von allen betroffenen Kommunen gemeinsam getragen werden.
Hinzu gekommen ist eine Erweiterung des Angebotes durch die Einrichtung eines Abendverkehres von und nach Speyer und Heidelberg. Dadurch ist es zukünftig möglich, auch noch zu späterer Stunde mit dem Bus nach Altlußheim zurück zu kommen.
Auf Fahrgastbeschwerden reagiert hat der Rhein-Neckar-Kreis als Aufgabenträger der Linie 718 und dafür gesorgt, dass in den Frühstunden ein zweiter Bus zur Entlastung eingesetzt wird.

Eine Radtour, die im wahrsten Sinne des Wortes Appetit macht, das ist die von Bruchsaler Touristikern neu kreierte „Tour de Spargel“. Die 108 Kilometer lange Radroute durch das größte Spargelanbaugebiet Europas führt auch durch Altlußheim.

Das Geschehen in der Verwaltungsgemeinschaft

Die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinden Hockenheim, Reilingen, Neulußheim und Altlußheim hat im Jahr 2008 die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes auf den Weg gebracht. Nach aufwendigen und umfangreichen Vorarbeiten konnte im Frühjahr 2009 die erste Anhörung der Träger öffentlicher Belange erfolgen. Die dabei vorgebrachten Anregungen und Bedenken, hauptsächlich aus der Regionalplanung, wurden in den Plan eingearbeitet. Mit einer Verabschiedung ist im Jahr 2012 zu rechnen.

Auch der Blausee ist immer wieder ein Thema. Nach zahlreichen Diskussionen in den beiden Gemeinderäten von Alt- und Neulußheim hat die Bürgerinitiative Blausee eine Unterschriftenliste vorgelegt, um einen Bürgerentscheid zur Zukunft des Blausees durchzuführen. Die beiden Gemeinderäte von Alt- und Neulußheim haben jedoch beschlossen, dass der See weiterhin für die nächsten 4 Jahre in kommunaler Hand bleiben soll. Ein Bürgerentscheid ist deshalb nicht zustande gekommen.

Das Geschehen in Altlußheim

Zum 01. Januar 2012 muss als Folge auf ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofes rückwirkend zum 01.01.2010 anstatt der bisher üblichen einheitlichen Abwassergebühr eine Schmutzwasser- und eine Niederschlagswasser-Gebühr mit unterschiedlichen Gebührenmaßstäben erhoben werden. Das sorgt zwar für mehr Klarheit, aber leider auch für hohen bürokratischen Aufwand und zumindest bei einem Teil der Gebührenzahler für höhere Kosten, während zugleich andere entlastet werden.

Personelle Veränderungen gab es bei der evangelischen Kirchengemeinde. Nach dem Weggang von Pfarrerin Esther Kraus wurde die Pfarrstelle zum 01.09.2011 mit Herrn Pfarrer Matthias Zaiß neu besetzt.

Im Baugebiet "Hockenheimer Flur" erfolgte der erste Spatenstich im Frühjahr 2010, die Arbeiten für den ersten Teilbereich konnten im April 2011 abgeschlossen werden. Die Fertigstellung mit Übergabe des gesamten Gebietes fand im Juli 2011 statt.
Der Verkaufsstart für die gemeindeeigenen Bauplätze fand im März 2010 statt. Die Nachfrage war groß, bis Ende 2011 konnten schon 60 Bauplätze verkauft werden. Weitere Nachfrage ist vorhanden, sodass wir im Jahr 2012 mit der Planung eines weiteren Abschnittes beginnen möchten.

Ausgebaut wurde in den vergangenen Jahren auch der Hochwasserdamm zwischen Oberhausen-Rheinhausen und Altlußheim. Im Jahr 2010 wurde ein weiteres Teilstück im Bereich des Festplatzes und der Mühle fertig gestellt. Mit dem letzten Abschnitt bis zur Neubaustrecke der Bahn soll im Frühjahr begonnen werden, hier laufen derzeit die Grunderwerbsverhandlungen. Gleichzeitig soll die Asphaltierung des Bermenweges fortgesetzt werden und dann als Radwegverbindung von Oberhausen bis über den Blausee hinaus zur Verfügung stehen und unser Radwegenetz vervollständigen und ausbauen.

Neu gegründet wurde auch ein Sozialfond des Bürgermeisters in der Gemeinde Altlußheim. Dieser Fond soll durch Spenden und Aktivitäten gefüllt werden und für bedürftige Mitmenschen zur Verfügung stehen. Mit ihm soll in Notfällen schnell und unbürokratisch Hilfe geleistet werden können. Durch erste Spenden der Theatergruppe Brettl-Hupfer, die den Erlös ihrer diesjährigen Vorstellungen zur Verfügung gestellt haben und von Privatleuten konnte ein Grundstock geschaffen werden, der in den nächsten Jahren kontinuierlich ausgebaut werden soll.

Einer der wichtigsten Bestandteile der Gemeindeverwaltung ist und bleibt der Bauhof. Durch die vorhandene Struktur mit Verschiedenen Facharbeitern konnten auch im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Arbeiten im Zusammenhang mit Veranstaltungen der Gemeinde, mit Investitionen und sonstige Arbeiten vom Bauhof durchgeführt werden, die ansonsten für teures Geld vergeben werden müssten.

Unsere Partnergemeinde Gersdorf

Im Herbst des vergangenen Jahres wurde auch in Altlußheim in einer Feierstunde des 20-jährigen Bestehens unserer Partnerschaft gedacht. Mit einem Bus war die Gemeinde Gersdorf gut vertreten und hat die Tage in Altlußheim mit einem Rahmenprogramm und dem Besuch unserer Kerwe angemessen gefeiert.

Die Kinderbetreuung in Altlußheim

Im Kindergartenjahr 2011/2012 konnten wir eine weitere Kleinkindgruppe im katholischen Kindergarten mit einer Betreuung ab dem 1. Lebensjahr eröffnen. Auch diese Gruppe findet regen Zuspruch und ergänzt unser Angebot. Die übrigen Kindergartengruppen im evangelischen und katholischen Kindergarten sind ebenfalls für Kinder unter 3 Jahren geöffnet, so dass die Gemeinde in diesem Bereich vorbildhaft ist.

Davon unabhängig werden wir in den kommenden Jahren diesen Bereich auch weiterhin ausbauen müssen, um auf die geänderten Wünsche und Ansprüche der Eltern eingehen zu können, Altlußheim für junge Eltern weiterhin attraktiv zu gestalten und auch um den ab 2013 geltenden Rechtsanspruch für alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr zu gewährleisten.

Bei der Hort –und Kernzeitbetreuung in der Schule haben wir unser Angebot erweitert und ermöglichen seit Herbst auch eine tageweise Nachmittagsbetreuung.

Im Bereich der Albert-Schweitzer-Schule hat sich auch sehr vieles bewegt und verändert.

Zu Beginn des Schuljahres 2010/2011 hat die neu geschaffene Werkrealschule ihre Arbeit aufgenommen. Ein Rückblick auf das erste Jahr zeigt, dass es die richtige Entscheidung war, auf eine Zusammenarbeit mit Neulußheim und Reilingen zu setzen. In Altlußheim wurde im Sommer die letzte Abschlussklasse verabschiedet, seit dem neuen Schuljahr gibt es nur noch das Grundschulangebot. Unsere Kinder gehen nun in den Klassen 5-7 nach Neulußheim und in den Klassen 8-10 nach Reilingen.

Parallel dazu wurde die notwendige Sanierung unserer Schule auf diese neue Zielsetzung mit der Planung eines Schulneubaues ausgerichtet. Nachdem unser Antrag jedoch im vergangenen Jahr vom Kultusministerium ohne ausführliche Begründung abgelehnt und damit die Arbeit eines ¾-Jahres zunichte gemacht wurde hat der Gemeinderat im Sommer 2011 beschlossen, die Einrichtung einer Ganztagesschule vorerst zurück zu stellen und bei der Sanierung des Schulgebäudes mehrere Bauabschnitte zu bilden. Begonnen werden soll mit der Sanierung des alten Schulgebäudes. Hier wurden bereits als erster Schritt im Rahmen des Konjunkturprogramms II des Bundes neue Fenster eingebaut.
Gleichzeitig hat der Gemeinderat seinen Willen und seine Bereitschaft erklärt, die Einrichtung eines Ganztagesbetriebes nicht aufzugeben und die Schule über ein Programm "Grundschule Plus" mit erweiterten Nachmittagsangeboten in diese Richtung zu entwickeln. Die Ausgestaltung dieses Programms wird auch ein wichtiger Gesprächspunkt im nächsten Jahr sein.

Wir wollen und werden im Haushaltsjahr 2012 für unsere Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde in den Bereichen Schule, Musikschule, Bücherei, Jugendzuschüsse für die Vereine, Jugendtreff, Kindergarten und Spielplätze usw. rund 20 % des Verwaltungshaushaltes, insgesamt über 1,8 Millionen Euro ausgeben.

Die Kinderbetreuung ganz allgemein wird auch in Zukunft das beherrschenden Thema im Land, im Gemeinderat und der Verwaltung sein. Die Schaffung von Krippenplätzen, der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, Ganztagesbetreuung im Kindergarten und in der Schule, die Einführung eines verpflichtenden letzten Kindergartenjahres, die Einführung einer Gemeinschaftsschule, die Themen nehmen, auch bedingt durch den Regierungswechsel kein Ende, viele Modelle und Varianten werden diskutiert und ins Spiel gebracht. Was letztendlich dabei herauskommt werden die nächsten Jahre zeigen, ob jedoch dauernde kurzfristige Änderungen und Wechsel der Zielrichtungen auch für die Kinder von Vorteil sind ist fraglich. Ein wenig Kontinuität wäre sicherlich manches Mal von Vorteil.

Ein besonderes Jubiläum konnte die Jugendfeuerwehr feiern. Im Jahr 2011 fand das 40. Jugendzeltlager in Altlußheim auf der Festwiese statt. Mit deutlich über 400 Jugendlichen und einem Festakt, bei dem auch viele Bürgermeister der teilnehmenden Jugendfeuerwehren anwesend waren konnte dieses Jubiläum an vier Tagen gebührend gefeiert werden.

Senioren

Auch das mittlerweile sehr vielfältige Programmangebot für unsere Senioren hat sich im vergangenen Jahr bewährt. Mit dem närrischen Seniorennachmittag und dem Seniorenausflug macht die Gemeinde unseren Senioren attraktive Angebote.
Darüber hinaus verzeichnen die monatlichen Seniorennachmittage im Bürgerhaus reges Interesse und steigende Teilnehmerzahlen.

Weitere Kurse und Angebote von VDK, der Volkshochschule, dem DRK, der Kirchen und der Vereine runden das Angebot für unsere Senioren ab.

Investitionen in öffentliche Gebäude und Einrichtungen der Gemeinde

Das Jahr 2011 war gekennzeichnet von wenigen großen Investitionen. Zahlreiche kleinere Baumaßnahmen konnten trotzdem im vergangenen Jahr umgesetzt werden.

Im nächsten Jahr wollen wir auch wieder investieren. Im Entwurf des Haushaltsplanes, der im Gemeinderat vorberaten und eingebracht ist, sind zahlreiche Maßnahmen vorgesehen. Schwerpunkt soll die technische und energetische Sanierung des Rathauses im Rahmen des Landessanierungsprogramms sein. Dazu kommen die Neugestaltung der Außenspielfläche des evangelischen Kindergartens sowie weitere Maßnahmen in der Feuerwehr, der Rheinfrankenhalle, dem Abenteuerspielplatz, im Friedhof und die Sanierung von zwei Wohnungen in der Friedensstraße.

Planungen für unsere zukünftige Entwicklung

Die Grundbuchstrukturreform ist das größte Reformprojekt der Baden-Württembergischen Justiz. Bis Ende 2017 sollen die derzeit bestehenden 662 Grundbuchämter in die 13 künftig grundbuchführenden Amtsgerichte eingegliedert werden. Im badischen Rechtsgebiet betrifft dies mehr als 300 kommunale und 11 staatliche Grundbuchämter. Für das Grundbuchamt Altlußheim ist es voraussichtlich im Jahr 2014 soweit. Es wird aufgelöst und, abweichend von seitherigen Vorgaben, dem zentralen Grundbuchamt in Mannheim eingegliedert.

Die Veränderungen, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen, sind natürlich nur zum Teil in einer Kommune zu steuern. Dennoch gilt es bereits in der Gegenwart die richtigen Weichen zu stellen. Denn, wie der 2008 verstorbene britische Dramatiker Herold Pinter einmal spitzfindig bemerkte: "Die Zukunft ist die Ausrede derer, die in der Gegenwart nichts tun wollen".

Schwerpunkt der Planungen wird auch zukünftig der Bereich Kinder und Jugend sein. Die weitere Bedarfsplanung im Kinderbetreuungsbereich, gerade auch im Hinblick auf den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz wird sicherlich weiten Raum einnehmen.

Damit verbunden ist der Fortgang der Planungen für die Sanierung der Albert-Schweitzer-Schule und einen eventuell zu bauenden Ganztagesbereich. Hier soll nach dem Willen des Gemeinderates erst über eine Grundschule Plus und die Umsetzung weitere Abschnitte diskutiert werden, bevor eine Ganztagesschule eingerichtet werden soll.

Beschlossen hat der Gemeinderat eine Hundebestandsaufnahme. Mit dieser soll erreicht werden, dass nicht angemeldete Hunde erfasst, zur Steuerpflicht herangezogen werden und dadurch eine größere Steuergerechtigkeit erreicht wird. Es geht der Gemeinde und dem Gemeinderat nicht darum, mehr Einnahmen zu erzielen sondern um die Gerechtigkeit gegenüber den Hundehaltern, die ihre Hunde angemeldet haben.

Weitere Zukunftsthemen werden die Fortführung des Landessanierungsprogramms und die Innenentwicklung sein. Bereits jetzt erste Schritte in diesem sicherlich schwierigen und sensiblen Bereich zu unternehmen, um für die Zukunft gerüstet zu sein, ist sicherlich sinnvoll und wichtig. Diese Planungen sind sehr langwierig und schwierig und müssen deshalb rechtzeitig in Angriff genommen werden.

Kultur, Sport und Vereine in Altlußheim

Dass sich Menschen für ihre Mitmenschen einsetzen, ob nun in Notlagen in einem fernen Land oder direkt bei uns, das gehört eindeutig zu dem Positiven, das uns in diesem Jahr immer wieder begegnet ist. In Baden-Württemberg sind es 41 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, die sich freiwillig im sozialen, kulturellen, kirchlichen, sportlichen und politischen Bereich engagieren. Den besonderen Wert und die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement hat auch die Europäische Union erkannt und das Jahr 2011 zum „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“ ausgerufen.
 

Über 50 Altlußheimer Vereine und Gruppierungen bereichern jährlich unser kulturelles Angebot durch eine Vielfalt von eigenen Veranstaltungen, die eine überaus große Anzahl von Besuchern in unsere Gemeinde lockten. Höhepunkte waren sicherlich wieder der Rosenmontagsumzug, das Straßenfest und der alljährlich stattfindende Weihnachtsmarkt. Doch auch der schon seit über 15 Jahren stattfindende weihnachtliche Kunsthandwerkermarkt lockt immer wieder zahlreiche Besucher nach Altlußheim und ist ein hervorragendes Aushängeschild für unsere Gemeinde.

Im Kinder- und Jugendbereich sowie bei den Aktiven und Senioren können wir auf motivierte, aktive und sehr erfolgreiche Sportler und Sportlerinnen schauen und stolz sein. Zahlreiche Badische, Süddeutsche, Deutsche Meister- und Europameistertitel und weitere gute Platzierungen in zahlreichen Disziplinen und Sportarten können vermeldet werden und wurden bei der jährlich stattfindenden Sportlerehrung ausgezeichnet. Hierzu nochmals meine herzlichsten Glückwünsche.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle einmal eine der jüngsten, mittlerweile aber auch eine der erfolgreichsten Sportlerinnen Altlußheims. Es ist für mich eine große Freude, dass Elisabeth Seitz im Jahr 2011 Sportlerin des Jahres unserer Region wurde und zahlreiche nationale und internationale Erfolge bei Meisterschaften verzeichnen konnte. Darüber hinaus war Sie in zahlreichen internationalen Wettkämpfen und in der Nationalmannschaft des Deutschen Turner-Bundes sehr erfolgreich und hat sich bereits Ende 2011 für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifiziert. Sie ist, neben allen anderen Sportlerinnen und Sportlern, eine hervorragende Botschafterin für Altlußheim.

Stark engagiert sind unsere Vereine und zahlreiche ehrenamtlich tätige Privatpersonen bei unserem Kinderferienprogramm. In den sechs Wochen der Sommerferien hatten unsere Kinder Gelegenheit, unter 32 Programmpunkten der Ferienfreizeit auszuwählen. Diese Initiative, die es jetzt schon viele Jahre gibt, kommt im Sommer immer wieder gut an. Den teilnehmenden Vereinen gilt an dieser Stelle mein besonderer Dank.

Ein Dank an alle ehrenamtlich Tätigen

Die Menschen, die in Altlußheim wohnen und arbeiten, setzen ihre Tatkraft und ihre Kreativität für ihre Gemeinde ein. Sie zeigen sich mit ihrer örtlichen Gemeinschaft verbunden, sie kümmern sich als Mitbürgerinnen und Mitbürger um Bedürftige und das Allgemeinwohl, sie halten unsere Vereine am Laufen oder sponsern unsere Kultur- und Sportevents. Sie übernehmen als Mitglied der Rettungskräfte Verantwortung und setzen sich im Gemeinderat für die Interessen der Gemeinde und ihrer Bewohner ein. Sie spenden für die Schwachen unserer örtlichen Gemeinschaft. Für dieses große bürgerschaftliche Engagement und die gezeigte Mitmenschlichkeit möchte ich Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, zum Jahreswechsel ganz herzlich danken. Ihr Handeln trug und trägt viel dazu bei, dass Altlußheim eine lebenswerte Gemeinde ist und bleibt.

Ich möchte heute auch all jenen für ihr freiwilliges Tun danken, die meist im Stillen wirken. Bürgerschaftliches Engagement liegt sicherlich auch darin, dass sich Menschen für eine Sache einsetzen, weil sie davon überzeugt sind, etwas bewirken zu können. Deshalb werden sie selbst aktiv und engagieren sich, z.B. in der Nachbarschaftshilfe oder in der Seniorenarbeit. Sie zeigen, dass es in unserer Gesellschaft Aufbruchstimmung, Kreativität und Eigeninitiative gibt. Genau das brauchen wir, um unsere Gemeinde weiterzuentwickeln und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zu diesem Zeitpunkt fragen wir uns, was das neue Jahr 2012 uns bringen mag, uns ganz persönlich, unserem Land und unserer Gemeinde. Dies kann heute niemand voraus sagen. Ich bin mir jedoch sicher, dass ein gesunder bürgerschaftlicher Geist die weitere Entwicklung unseres Gemeinwesens begleiten und voranbringen wird.

Wir haben in den zurückliegenden Jahren viel bewegt. Wir haben in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von bedeutsamen Projekten verwirklichen und einiges zum Wohle unserer Gemeinde weiter entwickeln können.

Wenn es um die Belange unseres Gemeinwesens geht, braucht die Politik den Diskurs aller gesellschaftlichen Kräfte und die Teilhabe mündiger Bürgerinnen und Bürger an kommunalen Planungs-, Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen. Diese Notwendigkeit hat uns insbesondere das konträr diskutierte, und viele Emotionen weckende Großprojekt Stuttgart 21 drastisch vor Augen geführt. Etwas mehr Demokratie wagen, und das mit allen Vorzügen und Nachteilen, ist erste Erkenntnis aus diesen Vorgängen. Je intensiver die frühzeitige Beteiligung, desto aussagekräftiger sind die zukunftsweisenden Antworten und desto stärker werden zukunftsträchtige Vorhaben in der Bevölkerung verankert sein. Baden-Württemberg zum Musterland demokratischer Beteiligung zu machen, hat sich auch die neue grün-rote Landesregierung vorgenommen und dies in ihrer Koalitionsvereinbarung verankert.

Auch wir möchten diesen Weg gehen und wichtige Entscheidungen mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren und diese in die Entscheidung einbinden. Eines dieser wichtigen Themen ist nach Ansicht des Gemeinderates und der Verwaltung die Zukunft des Hallenbades in Altlußheim. Die Zukunft des Hallenbades soll im Jahr 2012 offen und ausführlich mit unseren Bürgerinnen und Bürgern diskutiert und besprochen werden. Im Anschluss daran haben wir die Absicht, im Rahmen eines Bürgerentscheides über die künftige Ausgestaltung und den Betrieb des Bades beschließen zu lassen.

In diesem Sinne wünsche ich mir auch im neuen Jahr einen regen Gedankenaustausch und intensive Debatten darüber, wie unser Lebensumfeld in Zukunft gestaltet und weiterentwickelt werden kann.

Wie Sie aus dieser Übersicht erkennen können warten im neuen Jahr viele Veränderungen auf uns. So manches Hindernis wird dabei aus dem Weg zu räumen sein. Davon sind wir alle betroffen. Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Wir müssen uns den sicher nicht einfachen Aufgaben der Zukunft stellen. Jeder Wandel birgt bekanntlich Risiken, aber auch Chancen. Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt, die Chancen zu erkennen und zu nutzen.

Gerade in Krisenzeiten zeigt sich der Wert einer funktionierenden Selbstverwaltung und Verwaltung. Zusammen mit den ehrenamtlich tätigen Gemeinderäten müssen auch wir in Altlußheim mit großem Feingefühl die kommunalen Aufgaben und Leistungen überprüfen und darüber nachdenken, wie wir unsere Ausgaben senken und die Einnahmen verbessern. Wir müssen die Rahmenbedingungen für unsere Kommune so gestalten, dass unser Handlungs- und Gestaltungsspielraum erhalten bleibt.

Dank sagen möchte ich an dieser Stelle dem Gemeinderat, den Amtsleitern, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung und allen Einrichtungen der Gemeinde. Es wurde viel geleistet im vergangenen Jahr und zahlreiche Projekte realisiert und vorangetrieben. Wir haben von Allen viel gefordert und erwartet. Danke für die gute und konstruktive Zusammenarbeit im vergangenen Jahr, für das Engagement und ihren Einsatz für Altlußheim und seine Bürgerinnen und Bürger.

In diesem Sinne vertraue ich auch im neuen Jahr auf den bewährten Zusammenhalt und die Kraft unserer örtlichen Gemeinschaft. Dann wird es uns auch gelingen, mit viel Zuversicht und Schwung weiterhin erfolgreich an unserem gemeinsamen Gemeindehaus zu bauen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2012 und alles erdenklich Gute.
Ich wünsche Ihnen Frieden, Gesundheit, privates und berufliches Gelingen, und das allesamt mit Gottes reichem Segen.

Ihr
Hartmut Beck
Bürgermeister


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